Dorfkonzert mit „Pfiff“

Dreis-Tiefenbach. Volkstümlich, klassisch aber auch modern – so präsentierte sich am Samstagabend der Gemischte Chor „Pro Musica 1887“ unter der Leitung von Anja Koch mit einem „Strauß bunter Melodien“. Doch nicht nur das: Auf pfiffig-freche Weise zeigten die „Dreisber Singspatzen“ (Leitung: Carsten Jüngst) was sie so alles gelernt hatten, und die Tanzgruppe des TVE Dreis-Tiefenbach mit ihrer Leiterinnen Nadja Behrendt und Dagmar Broska setzte mit ihren kühnen Parodien dem Konzert praktisch die Krone auf. Für den erkrankten Pianisten Thomas Grütz war Dietmar Schneider eingesprungen.

Frech und witzig machten die kleinen Künstler der „Dreisber Singspatzen“ unter Gitarrenbegleitung von Carsten Jüngst mit der Weise „Halt die Klappe, alter Frosch“ den Auftakt. Fast gegensätzlich dazu folgte das „Gebet“, und zu guter Letzt hieß es noch „Hörst du die Regenwürmer husten“. Eine Zugabe wurde stürmisch erklatscht, und die Kinder ließen sich auch nicht lumpen.

Folkloristisch gab sich im Anschluss auch „Pro Musica“, inzwischen ein starker und ansehnlicher Chor. „Fröhlich klingen unsere Lieder“, klang es fröhlich von der Bühne. Das später folgende Wanderliedchen „Heute wollen wir das Ränzel schnüren“ ging recht flott über die Zungen, wozu einige Damen der TVE-Tanzgruppe in Knickerbockern und Wanderstiefeln vor der Bühne auf- und ab marschierten. „Tanz, tanz, Quieselchen“ hieß es noch einmal munter zum Abschluss dieses ersten Programmteiles.

Auf welch hohem Niveau sich die Tanzgruppe des TVE Dreis-Tiefenbach bewegt, ist eigentlich noch unbekannt. Mit nämlich nur einem Zehntelpunkt verfehlten die trainierten Tänzerinnen kürzlich den 1. Platz zur deutschen Meisterschaft und erhielten den Vizetitel! Stürmische Ovationen erhielten sie u. a. für den „Hexentanz.“ Mit spirituellen Darbietungen, wie „Kumbayah my Lord“ sowie „My Lord, what a morning“ (Solo: Paul-Gerhard Wolff) überzeugten die Sängerinnen und Sänger von „Pro Musica“ erneut ihr Publikum.

Rockig und mit reichlich Pep offerierten sich noch einmal die Damen vom TVE und heimsten erneuten Beifall ein. Anschließend ging es mit dem „Premier Solo des Consours op. 33 für Oboe und Klavier in das Reich der Klassik. Dass Anja Koch nicht nur als agile Chorleiterin „ihre Frau“ steht, sondern – begleitet von Dietmar Schneider auf dem Flügel - auch eine Meisterin auf der Oboe ist, wurde allen deutlich. Eine Hommage an den Sänger Udo Jürgens richtete zuletzt „Pro Musica“ mit den wohl populären Weisen „Ich war noch niemals in New York“ und „Mit 66 Jahren ist noch lang nicht Schluss“. Sehr gekonnt dazu wieder die parodistischen Einlagen der TVE-Damen in nostalgischen Kostümen, Fräcken und Zylinderhüten, was es bis dato in Dreis-Tiefenbach noch nie gegeben hatte. - Alles in allem ein Dorfkonzert mit Pfiff, und nach der Zugabe waren alle voll überzeugt: Die Dreisber können es auch!